Anna Franzke
Bernhard Mitterlehner

War meine Entscheidung für diesen Beruf richtig?

Interview mit SchülerInnen der Gesundheits- Und Krankenpflegeschule

Nach den ersten fünf Monaten Ausbildung an der Schule für allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege am Diakonissen-Krankenhaus Linz führt Direktorin Beate Widmann mit Anna Franzke und Bernhard Mitterlehner, SchülerInnen des 1. Jahrgangs, ein Gespräch zu ihren Erfahrungen.

B. Widmann: Was hat Sie bewogen, sich bei uns zu bewerben?

B. Mitterlehner: Meine Mutter hat im Diakoniewerk die Ausbildung zur Altenfachbetreuerin besucht und die Schule in Linz wurde mir von meinem Bekanntenkreis empfohlen.

A. Franzke: Ich bin im Diakoniewerk bereits seit 2007 im Behindertenbereich tätig und habe das Unternehmen positiv kennengelernt. Bei meiner Bewerbung habe ich bewusst zwei „kleinere“ Schulen gewählt, ich wollte diesen familiären Charakter.

B. Widmann: Mit 54 Ausbildungsplätzen sind wir in der Tat im Vergleich eine „kleine“ Schule. Wie erleben Sie den Charakter der Schule?

B. Mitterlehner: Die Klassengröße macht es möglich, dass auf einzelne SchülerInnen eingegangen werden kann. Bereits bei der Aufnahmeprüfung waren ein besonderes Interesse und eine persönliche Aufmerksamkeit zu spüren.

A. Franzke: Ich fühle mich hier wohl und schätze es sehr, dass ich als Mensch wahrgenommen werde. Ich erinnere mich auch noch an das Ankommen im Oktober und an den Willkommensgruß!
Diese Atmosphäre wirkt sich auch beim Lernen aus – es gibt mir mehr Motivation und ich spüre Wertschätzung.

B. Widmann: Von wem erhalten Sie Wertschätzung?

A. Franzke: Von jedem Einzelnen! Bereits im Sekretariat ist das spürbar. Frau Plöchl ist stets freundlich und so was wie „die gute Seele“.

B. Mitterlehner: Das kann ich nur bestätigen. Und ich finde, dass ganz besonders auch von Seiten der Ärzte im Unterricht eine enorme Wertschätzung spürbar ist.

B. Widmann: Sie haben bereits Ihr erstes Praktikum absolviert. Sie waren beide in Einrichtungen, die auch dem geriatrischen Schwerpunkt unserer Schule entsprechen. Wie waren Sie auf das Praktikum vorbereitet?

B. Mitterlehner: Die Organisation war tadellos, die Praktikumsmappe mit den wichtigen Daten absolut hilfreich. Insgesamt habe ich mich sehr gut vorbereitet und gut aufgehoben gefühlt.

A. Franzke: Dem stimme ich voll zu. Ich habe mir meinen Praktikumsplatz gewünscht – alles hat geklappt und ich schätze es, dass meine Wünsche nach Möglichkeit berücksichtigt werden.

B. Widmann: Ausbildung bedeutet ja immer „Dazulernen“ und ist stets auch Teil der Persönlichkeitsentwicklung. Wo sehen Sie Ihren bisherigen persönlichen Zugewinn?

B. Mitterlehner: Ich würde sagen, ich bin stärker geworden. Es gab Zeiten, in denen ich das Gefühl hatte, dass mir „der Boden unter den Füßen“ weggezogen wird. Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, es gibt Unterstützung, ich kann das schaffen - und daraus habe ich eine gewisse Stärke entwickeln können.
Auch „wie man lernt“ hat sich bei mir verändert. Da habe ich schon viel gelernt und trotzdem gehören die Lernstrategien noch ausgebaut und umgesetzt. Das richtige Lernen lernen ist meine Entwicklung.

A. Franzke: Erfolge sind für mich Motivation. Ich bin ein sehr ehrgeiziger Mensch und versuche stets noch besser zu werden. Dabei muss ich mich etwas zurücknehmen, damit ich dadurch nicht sehr in Stress komme.

B. Widmann: Ich empfinde es sehr positiv und schätze es, dass Sie die Lernfelder sehen und annehmen. Gab es zu Anfang noch weitere Erwartungen, die Sie an uns hatten?

B. Mitterlehner: Meines Erachtens können nicht immer alle Wünsche erfüllt werden, aber hier ist das Bemühen spürbar, beispielsweise beim Praktikum und bei der Klassengemeinschaft.
Ich habe vorher eine andere Ausbildung gemacht. In der Berufsschule waren die LehrerInnen unerreichbar für SchülerInnen. Meine Erwartung hier war, dass man mehr wahrgenommen wird, auch von der Direktorin.

B. Widmann: Hat sich die Erwartung für Sie erfüllt?

B. Mitterlehner: Absolut!

A. Franzke: Meine Erwartungen sind sogar übertroffen, denn ich habe gemerkt, dass ich auch bei Problemen gehört werde.

B. Widmann: Sicher gibt es auch Dinge, die Sie sich anders gewünscht hätten oder die wir besser machen könnten?

A. Franzke: Obwohl ich ein sehr kritischer Mensch bin, fällt mir jetzt nichts ein.

B. Mitterlehner: Eine Kritik fällt mir ein. Der Abstand zwischen manchen Unterrichtsfächern ist zu groß. Da kann es passieren, dass „man immer wieder ein bisschen von vorne anfängt“!

B. Widmann: Da stimme ich Ihnen voll zu! Ich danke für das Feedback, ich werde mich diesbezüglich weiterhin um eine noch bessere Planung bemühen.
Danke auch, dass Sie sich Zeit genommen haben für das Gespräch. Und alles Gute  für Ihren weiteren Ausbildungsweg an der Schule für allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege am Diakonissen-Krankenhaus Linz!

 
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